Es gibt noch Hoffnung...
Mittwoch, 22. Februar 2012
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Es gibt noch Hoffnung. Für die Menschheit. Diese beglückende Erfahrung durfte ich erst kürzlich wieder machen, und zwar mitten im Narrengewusel am Schmotzigen Donnerstag.
Deutlich gedrückt erschien ich bei meinem ersten Termin inmitten des bereits frühmorgens fröhlichen Haufens der Margrethausener Runkelriabaweible. Mein Auto hatte auf der ersten Fahrt des Tages beschlossen, sich krank zu stellen und ruckelte und zuckelte gefährlich, als wolle es auf der Stelle in 1000 Teile zerfallen – entsprechend durchwachsen war meine Laune.
Ein Teilnehmer der närrischen Schar nahm sich meiner an. Er erkundigte sich nicht nur nach dem Auto sondern unternahm auch eine Probefahrt, um dem zickenden Gefährt sodann wieder Manieren beizubringen. Im Häs rutschte er im Schnee herum, klopfte hier und schlug dort Eis weg und schaffte es wirklich, das Fahrzeug wieder perfekt zum Laufen zu bringen.
Natürlich habe ich mich gefreut, dass mein Auto wieder läuft und mir ein Besuch in der Werkstatt erspart geblieben ist. Noch sehr viel mehr gefreut habe ich mich aber, dass in der heutigen Zeit, in der man oft den Eindruck bekommen kann, Unfreundlichkeit und eine latente Rücksichtslosigkeit diktierten den Umgangston, Menschen einander einfach helfen, sich Mühe machen und zudem Freude daran empfinden, anderen spontan etwas Gutes zu tun. Eine schöne Erfahrung.
Straßenmusik mal anders
Dienstag, 21. Februar 2012
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Straßenmusiker sind in meinen Augen kein beneidenswertes Volk. Oft alleine drehen sie an einer Leierorgel, zupfen an einer Gitarre oder pusten in ein Blasinstrument. Stets sind sie auf Almosen der Passanten angewiesen. Der Klassiker bleiben die peruanischen Panflötenspieler. Sie gehören mittlerweile ins Repertoire jeder größeren Fußgängerzone. Doch kürzlich beobachtete ich in der Münchner Innenstadt eine Gruppe, die sich von all dem abhob. Sie boten etwas, was für ein spontanes Spiel auf der Straße doch eher ungewöhnlich zu sein scheint. Zu hören war ein kleines Orchester, bestehend aus Klavier, Kontrabass, Cello, Geigen und verschiedene Blasinstrumenten. Sie spielten Klassiker von bekannten Komponisten. Zwar bin ich selbst kein Klassik-Kenner, die Melodien kamen mit aber alle durchaus bekannt vor. Unweigerlich blieb ich stehen, lauschte den kräftigen Klängen der hölzernen Instrumente und staunte nicht schlecht. Trotz der Winterkälte griffen die ambitionierten Musiker mit sicherlich eiskalten Fingern verbissen in die Saiten, um ein sauberes Spiel abzuliefern. „Das ist mal was anderes“, dachte ich mir – fernab jeglicher Panflöten und Leierkasten.
Selters statt Sekt
Samstag, 18. Februar 2012
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Nein, Nein und nochmals Nein! Das geht einfach nicht! Jetzt fordert man seit zwei Monaten den Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff und just während die Narren Fasnet, Fasching und Karneval feiern, will die Staatsanwaltschaft Hannover plötzlich ermitteln und lässt dem armen „Präsi“ keine andere Möglichkeit mehr, als seine Koffer zu packen. Klar, die Norddeutschen können wenig anfangen mit der Narretei. Aber von Rücksicht gegenüber den rheinischen Jecken haben die auch noch nie was gehört. Mal echt, hätten die nicht einfach den lieben Gott fünf Tage einen guten Mann sein lassen und bis Aschermittwoch warten können? Dann wäre Wulff am Donnerstag zurückgetreten, in der trüben Fastenzeit. Auf die paar Tage wäre es jetzt auch nicht mehr angekommen, oder? Die armen Karnevalisten müssen für zwei Tage das Feiern einstellen, den Sekt zurück in den Kühlschrank bringen und die Seltersflaschen öffnen. Denn jetzt beginnt das große Basteln. Retten, was noch zu retten ist an den großen Motivwagen für die Rosenmontagsumzüge. Da hat man wochenlang gesägt, gehämmert, genagelt, gebohrt, damit man dem Wulff auch fasnächtlich-derb sagen kann, dass er sich schleunigst in sein Reihenhäuschen in Großburgwedel verkriechen soll – und nun geht der Mann wirklich. Im Karneval! Ein Trost bleibt den Jecken: Sie hätten sich noch so anstrengen können, die größten Narren sitzen manchmal eben doch in Berlin.
Genießen statt auslösen
Freitag, 17. Februar 2012
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Bei einem Urlaub fotografiert man meist sehr viel. Auch ich habe dieses mal gleich mehrere Speicherkarten gefüllt. Egal ob von den Verkäufern auf den Märkten und Basaren, den Teepflückerinnen im Bergland oder von der atemberaubende Landschaft Sri Lankas. Kein Motiv war vor mir sicher. Das schöne daran: Es hat kaum einen gestört oder belästigt. Im Gegenteil: Die Menschen auf den Märkten fanden es toll und haben mir zugelächelt oder mir manchmal sogar noch etwas geschenkt. Was kann es Besseres für einen Fotografen geben. Einmal konnte jedoch auch ich den Auslöser meiner Kamera nicht betätigen. Es war ein Moment, denn ich so schnell nicht vergessen werde. Ich war mitten auf dem Meer, als plötzlich direkt neben unserem kleinen Boot ein großer Blauwal an die Meeresoberfläche kam. Ich war so fasziniert von dem Anblick und dem lauten Zischen, dass ich nur mit offenem Mund da stand und den einzigartigen Moment genoss. Denn wer hat schon mal die Chance, eines der größten Säugetiere der Erde so hautnah zu erleben. Doch Gott sei dank war ich nicht der einzige Teilnehmer, der eine Kamera dabei hatte. So habe ich diese unglaublichen Moment nicht nur in meinem Kopf sondern auch als Foto, dass ich mir jederzeit gerne anschaue.
Geht's noch dümmer ?
Donnerstag, 16. Februar 2012
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Weihnachten 2008 wurden zwei Hinterbänkler von CDU und FDP erstmals in der Öffentlichkeit wahrgenommen als sie forderten, alle jene, die keine Kirchensteuer bezahlten, sollten an Heilig Abend gefälligst draußen bleiben vor den Türen der Kirchen. Sie ernteten nichts weiter als Kopfschütteln.
Nun geistern erneut Ideen von Politikern durch die Medien, die sprachlos machen: Eine steuerliche Sonderabgabe für Kinderlose. Die Bundeskanzlerin hat den Kreis der jungen Unionspolitiker um den sächsischen Abgeordneten Marco Wanderwitz klar in die Schranken gewiesen. Ihr Begründung: „Eine Einteilung in Menschen mit und ohne Kinder ist nicht zielführend“. Damit ist alles gesagt zu einer völlig unnötigen, ärgerlichen und diffamierenden Debatte.
Denn in diesem Land kann jeder selbst entscheiden, ob er Kinder in die Welt setzt oder nicht. Wer freiwillig verzichtet, bezahlt aber in der Regel mehr Steuern, finanziert ganz selbstverständlich und klaglos Kindergärten, Schulen und Universitäten mit.
Ungewollt kinderlose Ehepaare haben jedwede Unterstützung verdient, aber nicht den Pranger, an den sie von diesen christdemokratischen Politikern gestellt werden. Oder entscheiden künftig ärztliche Atteste über die Steuerschuld ?
Das Jahr 2011 hat dem Bundesfinanzminister einen neuen Rekord an Steuereinnahmen beschert. Wenn weniger sorglos, weniger großzügig und dafür aber effizienter mit dem Geld der Steuerzahler umgegangen würde, könnte der Staat Milliarden sparen, sagt der Bund der Steuerzahler. Dies zu kontrollieren wäre eine schöne und lohnende Aufgabe. Für Politiker, die ihren Auftrag ernst nehmen.
tim mahler am 16.02.2012 14:04:19Bravo !
Frau Merkel hat hierbei sicher händeringend um die diplomatischste Aussage für so einen Hirnfurz gerungen. Solche Leute sollen unsere künftige Führungsriege darstellen. Na Prost Mahlzeit.
Guter Blog, Frau Stoll !
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