Gips zur Geburtenkontrolle

Neues Taubenhaus soll die Vögel von der Innenstadt fern halten

Albstadt-Ebingen, 28.01.2012

Seit geraumer Zeit wird über die Tauben in der Ebinger Innenstadt diskutiert. Die seit langem geplante Lösung ist nun endlich in greifbare Nähe gerückt: In diesem Jahr soll es in Ebingen ein Taubenhaus geben.

Bereits im vergangenen Jahr plante die Stadtverwaltung die Errichtung eines Taubenhauses. Das Projekt scheiterte jedoch zunächst an den mit 30 000 Euro zu gering kalkulierten Kosten.

Im diesjährigen Haushaltsansatz berücksichtigte man unter anderem höhere Bau- und Betriebskosten, sowie höhere Kosten für Futter und Müllentsorgung. Dem Bau steht somit nichts mehr im Wege. Wie Oberbürgermeister Dr. Jürgen Gneveckow in seiner Haushaltsrede erwähnte, werden rund 55 000 Euro für die Errichtung des neuen Heims für heimatlose Tauben bereit gestellt.

Standort des übergroßen Vogelhäuschens wird die unbebaute Grünfläche neben dem Schlossberg Center in der Ebinger Schmiechastraße sein. Laut ersten Schätzungen soll das Taubenhaus dort Platz für rund zweihundert Vögel bieten. Zweckmäßig dient es zum einen dazu, die Tauben aus der Innenstadt heraus zu lotsen. Vermehrt sorgen sie dort bei den Passanten für Ärger. Sei es nun aufgrund des Schmutzes, den sie hinterlassen, oder aufgrund des Schrecks, den sie den Passanten einjagen, wenn sie in temporeichem Gleitflug über deren Köpfe hinwegflitzen.

Vor allem will man jedoch die hohe Geburtenrate der Tauben in den Griff bekommen. Hierfür werden die Mitglieder des Tierschutzvereins Zollernalbkreis verantwortlich sein. Sie werden die Gelege der Tauben „heimlich“ durch kleine Gipseier ersetzen. Die Vögel dürfen nun brühten, ohne sich jedoch zu vermehren.

Ohne diese Maßnahme würde ein Taubenpärchen, das ganzjährig brütet, bis zu zwölf Jungtiere im Jahr aufziehen. Die Reinigung und die weitere Betreuung der Anlage erfolgt ebenfalls durch den Tierschutzverein.


Kopfruckelnde Weltbürger mit Milch und ausgestorbenem Cousin

Die Tauben sind mit rund 42 Gattungen und über 300 Arten die einzige Familie der Ordnung der Taubenvögel. Bis auf die Arktis und Antarktis kommt der Vogel mit dem gedrungenen Körper und dem kleinen Kopf mit den ruckartigen Bewegungen auf der ganzen Welt vor.

Wussten Sie's: Tauben bilden „Kropfmilch“, mit der sie ihre Jungen ernähren. Nach neuesten Erkenntnissen gehört auch der im 18. Jahrhundert ausgerottete, flugunfähige und einen Meter große „Dodo“ zu den Tauben.

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